Wissen ist Macht

Wissen ist Macht, doch Nicht-Wissen müssen eine große Chance…
 „Wissen ist Macht“ ist eine Redewendung, die wohl beinahe jedem bekannt ist. Weniger bekannt ist dagegen wahrscheinlich, dass diese auf den englischen Philosophen Francis Bacon (1561–1626) zurückgeht. 400 Jahre später dreht sich alles zunehmend um Wissen, denn gestärkt durch das Internet gelangen unfassbare Mengen an Information in Sekundenschnelle rund um den Globus. Um es zu verbildlichen würde ich es so ausdrücken: Wir leben in einer enorm „kopflastigen“ Gesellschaft“ und der Drang alles wissen zu müssen, flutet all unsere Lebensbereiche. Das Fatale dabei ist, dass wir unsere menschlichen, emotionalen Themen auf die gleiche Weise behandeln. Wir suchen im Außen und stürzen uns begeistert auf Erklärungsmodelle von Experten. Wenn es jedoch stimmt, dass jeder Mensch einzigartig ist (Fingerabdruck und DNA), wie kann dann ein anderer mit Sicherheit sagen, was für Dich und mich gut und richtig ist? Und kann es in diesem Zusammenhang gut und richtig überhaupt geben?
Bacon schrieb 1620 in seinem Hauptwerk Novum Organum: „Wissen und Macht des Menschen fallen zusammen, weil Unkenntnis der Ursache [auch] über deren Wirkung täuscht“. Doch ist das wirklich so? Interessant ist jedenfalls, dass wir beharrlich weiter suchen, analysieren und auf Ursachen fokussieren. Und das, obwohl sogar die aktuelle Hirnforschung belegt, dass starkes Fokussieren die Kapazität des Denkens unglaublich einschränkt. Der Tenor von Prof. Dr. Gerald Hüther lautet deswegen: „Gelassenheit hilft!“ (Sehenswerter Vortrag auf youtube).

Innere Weisheit statt IQ
Tatsächlich gibt es neben unserem Intelligenzquotienten eine weitere Wissensquelle auf der kleinsten Ebene unseres Seins. Ich nenne sie am liebsten unsere innere Weisheit. Innere Weisheit ist in jedem Menschen gleichermaßen vorhanden. Sie steuert unsere Handlungen und sie verbindet uns zugleich mit dem großen Ganzen (Feld der unendlichen Möglichkeiten, Universum, Gott, Schöpfung, oder wie Du es nennst). Darüber hinaus unterliegt sie wohl sehr viel eher den Gesetzmäßigkeiten der Quantenphysik, die weder Widerstände, noch Ursache und Wirkung kennt, statt der Newton Physik der Materie. Mir kommt es jedoch so vor, als ob die innere Weisheit von vielen Menschen unterschätzt, für selbstverständlich, aber nicht steuerbar oder für unerreichbar und daher für ein Privileg der Erleuchteten gehalten wird. Dabei lohnt es sich ihr vermehrt unsere neugierige Aufmerksamkeit zu schenken, denn es stecken, wie die meisten wissen nur maximal 5% unseres Potenzials im Intellekt und die restlichen 95% liegen in unserem Inneren verborgen.

Ich lade Dich ein, Deinen IQ für einige Momente des Tages bewusst beiseite zu lassen und Dir zu erlauben nicht wissend zu sein. Sei einfach nur neugierig, beobachte und nimm wahr was sich Dir offenbart. Wir können das bemerkenswerte Potenzial, das neben unserem Verstand geheimnisvoll im Stillen arbeitet, jeden Tag willkommen heißen und nutzen. Und vielleicht stehen eines Tages die innere Weisheit und der IQ gleichwertig nebeneinander und eine neue Redewendung besagt: „Wissen ist Macht und Nicht-Wissen müssen ist Selbstermächtigung“.

Text geschrieben von Nicole Mund

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